Einschuss
Ein Einschuss ist eine Entzündung des Unterhautbindegewebes und zeigt sich meistens durch Anschwellen des Verletzungsbereichs. Bis zum Eintreffen des Tierarztes, der unbedingt gerufen werden muss, kann ein Kühl- oder Rivanolverband angelegt werden. Da bei einem Einschuss meist auch Fieber vorhanden ist, sollte die Körpertemperatur kontrolliert werden. Normalwert: 37,5° bis 38,2°.
Offene Wunden
Stark blutende Wunden sollte man sofort mit geeigneten Mittel aus der Stallapotheke reinigen und verbinden. Hierzu legt man eine ausreichend große, sterile Wundabdeckung auf und legt einen Druckverband an. Je nach Ausmaß der Verletzung muss sofort der Tierarzt gerufen werden. Das gilt besonders für Verletzungen, die sich das Pferd aus ungeklärter Ursache zugezogen hat und bei nicht zu stillender Blutung, bzw. arteriellen Blutungen. Wundbehandlungen bei denen kleine Fremdkörper aus der Wunde entfernt werden müssen, sollten ebenfalls nur von einem Tierarzt durchgeführt werden. Aber auch kleinere, nicht so schlimm aussehende Wunden sollten einem Tierarzt gezeigt werden, da sie möglicherweise einen Einschuss zur Folge haben können. Bei Augenverletzungen und Verletzungen des inneren Maulbereichs des Pferdes sollte man gar keine Wundversorgung machen, sondern umgehend den Tierarzt rufen.
Bitte den Tetanus-Impfstatus prüfen!
Austretendes Organ aus einer offenen Wunde
Treten Organe aus der Wundöffnung heraus, muss sofort der Tierarzt gerufen werden. Dem Laien bleibt nur, das Organ mit einer unbedingt keimfreien ausreichend großen Wundauflage abzudecken und abzustützen. Keinesfalls sollte der Versuch unternommen werden, das Organ zurück in den Bauchraum zu drücken.
Verbrennungen
Sofort kühlen und den Tierarzt rufen! Großflächige Verbrennungen können beim Pferd zu einem Kreislaufschock führen. Ist mehr als die Hälfte der Haut verbrannt, gibt es keine Rettung mehr. Bei kleineren Verbrennungen kann ein kühlender Verband angelegt werden bis der Tierarzt kommt. Dem Pferd unbedingt Trinkwasser zur Verfügung stellen.
Kolik
Eine Kolik ist gleichbedeutend mit Bauschmerzen. Sie kann mehr oder minder stark auftreten. Eine Gefahr für das Pferd stellt sie aber auch im leichten Verlauf dar, und es muss sofort gehandelt werden. Koliken können tödlich enden und sind eine der größten gesundheitlichen Gefahren für das Pferd. Im Falle einer Kolik muss immer ein Tierarzt gerufen werden.
Ein Pferd, dass unter einer Kolik leidet, zeigt dies meist durch sonst untypisches Verhalten wie: verstärkte Unruhe, Schweißbildung am Körper, schnellere Atmung, Scharren, Schweifschlagen, Tritte unter den Bauch, Nasenstüber gegen den Bauch, Hinlegen, Hinwerfen, Wälzen, starres Liegen auf dem Rücken, flehmen, zittern. Zeigen sich diese oder nur einige dieser Anzeichen, muss sofort der Tierarzt gerufen und das Pferd ruhig geführt werden. Keinesfalls darf es traben oder gar galoppieren, anderenfalls droht ein Kreislaufkollaps. Bis zum Eintreffen des Tierarztes sollte man verhindern, dass das Pferd sich wälzt und die Futteraufnahme sofort unterbinden.
Sofortmaßnahme: Tierarzt rufen! Futterentzug. Pony möglichst eindecken, ruhig führen, beruhigend auf es einwirken, Kotabsatz kontrollieren.
Hufrehe
Hufrehe ist eine extrem schmerzhafte Erkrankung der Huflederhaut. Sie kann durch Überfütterung (Eiweiß), Koliken, Durchfall, Überlastung, Nachgeburtsverhaltung und durch einige Medikamente auftreten. Leider können auch Medikamente, die bei der Hufrehe eine Schmerzlinderung erzielen sollen, einen weiteren Rehe-Schub auslösen. Im akuten Fall muss sofort der Tierarzt gerufen werden, da es sich um einen absoluten Notfall handelt. Kommt die Hilfe verzögert, und wird das Pferd nicht sofort an der weiteren Nahrungsaufnahme gehindert, kann es zu andauernden schweren gesundheitlichen Problemen des Tieres kommen. Die Hufrehe tritt meist an den Vorderhufen auf. Betroffene Pferde versuchen die extrem schmerzenden Hufe durch die so genannte Sägebockstellung zu entlasten.. Weiterhin ist ein steifer, stakseliger Gang zu beobachten, der den Anschein erweckt, das Pferd gehe auf Glasscherben. Tatsächlich fürchtet das Tier jedes erneute Aufsetzen des Hufes. "Rehe-Hufe" sind meist warm. Bei einem Rehe-Schub können ebenfalls verstärktes Schwitzen, das durch die erheblichen Schmerzen ausgelöst wird, sowie Zittern und Festliegen beobachtet werden. Als Sofortmaßnahme sollte man unbedingt den Tierarzt rufen, Futter entziehen und die betroffenen Hufe sofort kühlen.
Schlundverstopfung
Zu einer Schlundverstopfung kann es kommen, wenn dem Pferd nicht ausreichend eingeweichte Trocken-Rübenschnitzel gereicht werden oder grobe Brot-, Apfel- und Möhrenstücke, die sich im Schlund verhaften. Dies führt zu einem starken Speichelfluss aus Maul und Nüstern, der übrigens auch bei Vergiftungen zu beobachten ist. Geraten Futter oder Speichel in die Luftröhre kann es zu einer Lungenentzündung kommen. Außerdem kann auch ein Teil der Schleimhaut der Speiseröhre absterben und es kann zu Narbenbildungen kommen, die Ursache für weitere Schlundverstopfungen sein kann. Pferde geraten bei einer Schlundverstopfung leicht in eine innere Panik. Sie stehen aber scheinbar ruhig mit weggestrecktem Hals und Kopf da und machen Würgebewegungen, Krampfen den Hals, atmen erschwert, Husten und Schnauben. Bei einer Schlundverstopfung muss unverzüglich der Tierarzt gerufen werden. Als Sofortmaßnahme gilt das Tiefhalten des Pferdekopfes und das vorsichtige !!! massieren mit mäßigem Druck vom Hals zum Maul. Zeigt das Pferd dabei Abwehrbewegungen oder verstärken sich Röcheln, Würgen etc. muss man den Versuch zu helfen sofort einstellen.
Durchfall
Die häufigste Ursache für Durchfall sind Ernährungsfehler, Stresssituationen, Erschöpfungszuständen und Virus-Erkrankungen. Wichtig ist, dass Pferde, die an Durchfall leiden, ausreichend Wasser zur Verfügung gestellt wird. Reguliert sich die Verdauung nicht innerhalb von zwei bis drei Tagen von selbst oder ist der Durchfall wässrig muss der Tierarzt benachrichtigt werden.
Lahmheiten
Bei unklaren Lahmheiten gilt grundsätzlich, erst einmal die Hufe auf eingetretene Fremdkörper zu untersuchen. Lässt sich die Lahmheit durch das Entfernen der Fremdkörper beseitigen, muss kein Tierarzt hinzugerufen werden. In jedem anderen Fall sollte unbedingt der Tierarzt zu Rate gezogen werden, da die Ursachen für Lahmheiten sehr vielfältig sein können und Behandlungsfehler durch Laien schmerzhafte Folgen haben und zu chronischen Problemen führen können.
Kreuzverschlag
Der Kreuzverschlag ist eine schwere, schmerzhafte Entzündung der Rücken- und Kruppenmuskeln. Auslöser, der auch als Feiertagskrankheit bekannten Erkrankung sind meist zu langes Stehen und zuviel Kraftfutter. Deutliche Anzeichen sind Bewegungsverweigerung, verkrampfte Muskulatur, Schwitzen, Muskelzittern, roter bis schwarzbrauner Urin. Als Sofortmaßnahme gilt, das Tier mit einer Decke über Rücken und Kruppe zu wärmen, notfalls mit seiner eigenen Jacke, und die Arbeit mit ihm unverzüglich einzustellen. Letzteres ist meist leicht möglich, da Pferde mit Kreuzverschlag kaum von der Stelle bewegen. Pferde mit Kreuzverschlag dürfen keinesfalls bewegt oder transportiert werden. Sie müssen an Ort und Stelle vom Tierarzt behandelt werden.
Blutungen
Bei starken Blutungen sollte schnellstmöglich ein Druckverband angelegt werden. Ideal ist auf die blutende Stelle eine Kompresse drauf und eine Bandage fest drumwickeln.
Hitzeschlag
Ein Hitzeschlag äußert sich durch Zittern und weniger Schweiß. Wenn das Pferd ganz aufhört zu schwitzen, droht der Hitzetod. Das Pferd muß umgehend aus der Sonne genommen werden ind gekühlt werden. Mit Wasser die Beine von unten nach oben abkühlen, dann hoch bis zum Brustkorb. Niemals die Nierengegend und die Kruppe mit abspritzen.
Allergieschock
Erkannbar durch Schwitzen, Zittern, Schwanken und Nesselfieber. Ursachen können Futter, giftige Pflanzen und Insektenstiche sein. Das Pferd muß sofort gekühlt werden. An den Beinen beginnen von unten nach oben, bis hoch zum Brustkorb. Nierenregion und Kruppe aussparen.
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